Systemische Paartherapie bezieht die gesamte Lebensqualität des Paares im Kontext seines jeweiligen Umfeldes in die therapeutische Arbeit ein. Die Partnerin / der Partner ist der effiziente Unterstützer bei der Betrachtung und Bearbeitung vorhandener Probleme und Verhaltensmuster. Muster und Vorannahmen des Paares werden in Frage gestellt und neue Sichtweisen kreiert, um bisher vertraute aber entwicklungshemmende Muster durch neue, zeitgemäße Muster zu ersetzen.

Ziel ist es, die Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten des Paares zu erweitern, die Kommunikation zu verbessern, einen gemeinsamen Wachstumsprozeß zu fördern und die Lebensqualität des Paares zu steigern bzw. sie als solche wieder spürbar zu machen.

Dabei werden die Ressourcen der Partner, ihre Lebensgeschichten und ihre aktuellen Beziehungsmuster erfahrbar gemacht, um individuelle und gemeinsame Veränderungsmöglichkeiten miteinander zu entwickeln, häufig auf der neu erstellten Basis einer kreativen "Paar-Streit-Kultur".

Heutige Partnerschaftskonzepte, die sich oftmals nicht mehr an traditionellen Rollen- und Bindungsverhältnissen orientieren, sind eher als individuelle Partnerschaftskonzepte zu verstehen, die in unserer schnelllebigen Zeit sinnvollerweise häufig neu abgestimmt werden müssen. Die Erfahrungen mit dem Partner ändern sich, die Wünsche aneinander und die gegenseitigen Erwartungen wandeln sich mit der Zeit und bedürfen eines neuen Aushandlungsprozesses - zumeist auch hinsichtlich des Sexuallebens des Paares.
Oftmals ist es auch das Ziel einer Paartherapie, miteinander herauszufinden, ob die Beziehung noch eine Zukunftperspektive hat oder die gemeinsame Gestaltung einer Trennung eine Alternative zur jeweiligen Lebenssituation sein kann.

Haltung des Therapeuten: Der Therapeut sieht sich nicht als Experte, der die Diagnose stellt und dem Paar eine Lösung vorgibt. Er führt vielmehr einen respektvollen und neugierigen Dialog mit dem Paar , um es darin zu unterstützen, Blockaden in seiner Entwicklungsdynamik aufzulösen und neue Perspektiven und befriedigendere Muster des Miteinanders zu entwickeln.

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